KulturImPuls

Culture, Communication and Learning for thriving in times of change

Archive for November, 2011

Alles in Ordnung

Posted by klausjerlich on 13. November 2011

38 Jahre alt, ein guter und sicherer Job, keine Schulden, keine Kinder oder vielleicht doch eins oder auch zwei, eine glückliche Beziehung, Freunde mit gleichen Interessen, ähnlichem Einkommen… Alles scheint in Ordnung zu sein.

Natürlich trifft einen die mittlere Lebenskrise in dieser Geborgenheit. Man hat nur mehr wenige Vorbilder, diejenigen die es gab, gehen langsam alle in Pension und man merkt ihnen das Alter langsam aber sicher an. Die Eltern legen zusehends Wert auf die eigene Meinung, was man als Kind und auch als Jugendlicher in wirren Gedankengängen entwickelte, soll auf einmal das Maß der Dinge werden. (War’s das also, oder kommt da noch etwas? Und was ist jetzt eigentlich der Sinn dahinter?) Seltsam, auch im Freundeskreis wird man für seine Meinung geschätzt, die letzte Meinungsverschiedenheit mit, genau dem, ist schon eine Weile her. Was macht der eigentlich heute so …?

Es ist ein trügerisches Leben, dass sich zwischen dem 30-ten und dem 40-ten Lebensjahr einstellt, wenn mensch das Glück hat, im europäischen Mittelstand zu leben. Gejammert wird nur dort auf so hohem Niveau. Keiner weiß, was der Mittelstand ist, aber die folgenden Zusammenhänge können wahrscheinlich exemplarisch für diese Gruppe stehen.

Warum schwebt man in diesen Jahren zwischen 30 und 40 auf einmal auf einer Welle der Anerkennung durch die Familie und den Freundeskreis? (Ungeachtet der Sinnkrise natürlich)

Darum, weil alle Zweifler und alle Gegenredner sich aus dem Kreis der Bekannten verabschiedet haben. Die Umgebung wurde durch 35 Jahre Aussieben und Filtern so verändert, dass kein großer Widerspruch mehr zu erwarten ist. Man ist angepasst und man hat sich angepasst – man hat die Bekannten, Verwandten und Freunde so gesiebt, bis nur mehr Gleichklang zu hören war. Kritik ist nur bis zum erträglichen Maß erlaubt, das Maß bestimmt mensch des Mittelstandes selbst.

Wer will aus dieser wohligen Wolke des anerkennenden Nickens, der Harmonie schon entfliehen. Täglich ist doch zu beweisen, dass mensch noch nicht zum alten Eisen gehört. Seinen Anteil an der Gesellschaft zu wahren, geht am besten, das wenige Wissen, das mensch sich im Lauf der Jahre angeeignet hat (Beruf oder Familie, Karriere oder Familienmensch,… egal) zu hüten wie seinen Augapfel und kein bisschen auszulassen, um nicht ersetzbar zu werden. Ein Jüngerer wartet, kostet weniger, ist attraktiver, muss gefördert werden …

Warum sollte man sich exponieren, was ist der Vorteil, angreifbar und verletzbar dadurch zu werden, dass man allfällige Schwächen preisgibt? Was ist der Reiz von Kommunikation mit Unbekannten, mühsam und mit Missverständnissen behaftet? Was ist der Lohn der Anstrengung für Kommunikation mit Menschen, die sich nicht von vornherein als wohlgesinnt erkennen lassen? Warum soll man Medien, die einem nicht sympathisch sind, nicht ausblenden?

Weil der Gral ewiger Jugend einzig und allein in der Kommunikation mit Menschen jeden Alters und jeder Kultur liegt. Ich sage, es ist wahr. Es ist eine Frischzellenkur, seine eigenen Standpunkte zu verteidigen, manchmal auch abzuändern. Mensch gibt sich jedwedem Angriff eines Unbekannten preis, nur um herauszufinden, dass der Angriff lediglich auf die eigene Starrheit, den angesetzten Rost gerichtet war. Mensch merkt, dass auch der gefährliche Fremde von Nebenan seinen Standpunkt verteidigt, oft genug mit nachvollziehbaren Argumenten.

Wer will ewig jung bleiben? Jene, die nun gedanklich den Arm heben, dürfen die Schutzschilder getrost niederfahren. Es wird für die allermeisten eine angenehme Erfahrung sein. Nicht für alle, die Welt ist eine schlechte, gewiss, aber nicht so schlecht, um davor in Angst zu erstarren.

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Deutsch globalisiert mich

Posted by jjerlich on 5. November 2011

[Author: Asami Murakami, Advanced German Class, Kinjo University, Nagoya, Japan]

Ich liebe Deutsch sehr. Deutsch klingt sehr angenehm, wie Musik und manchmal energisch für mich. Ich mag eigentlich lieber Deutsch als Englisch. Und ich denke, dass es für uns Japaner einfacher ist, Deutsch als Englisch auszusprechen. Wenn ich nicht auf Japanisch, sondern auf Deutsch etwas zu sprechen versuche, fühle ich mich, dass ich etwas eindeutig behaupten kann. Ich glaube, dass es auf Deutsch wenige unbestimmte Wörter gibt, die wir oft benutzen.

Aber die Deutsche Grammatik ist mir sehr schwer gefallen. Zum Beispiel, Japanisch hat Kanji. Die Kanji haben jede Bedeutung. Deswegen verstehe ich damit leichter. Als ich in Berlin war, fand ich, dass es auch in Deutschland viele Dialekte gibt. Ich finde das interessant. Das ist genauso wie Japanisch.

Im Unterricht haben wir viel gesprochen. Bis letztes Semester haben wir meist Grammatikübungen und so weiter gemacht. Ich habe viel Spass im Unterricht gehabt, weil wir in diesem Semester frei mit der Gruppe über interessante Themen diskutiert haben. Ich habe mich darüber gefreut, die Meinung anderer zu hören und meine Meinung vorzubringen. Zur gleichen Zeit hatte ich Schwierigkeiten beim Übersetzen von Japanisch ins Deutsche.
Trotzdem möchte ich Deutsch weiter lernen! Deutsch lernen globalisiert mich.

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